Exhibition, 2025

»Friedrich von Borries’ Schaubild zeigt Methoden künstlerischer Wissensproduktion, die gängigen Vorstellungen von Effizienz widersprechen.«

Katja Pfeiffer, Kuratorin Kunsthalle Barmen

Der Ausstellungstitel "Ex nihilo" spielt auf die theologische Idee einer Schöpfung aus dem Nichts an, die in der Kunstgeschichte lange mit dem Mythos des schöpferischen Genies verbunden wurde. Doch statt das Genie zu feiern, rückt die Ausstellung andere Perspektiven in den Mittelpunkt: Wie arbeiten Künstlerinnen und Künstler wirklich? Welche Wege, Umwege und Pausen gehören zum Prozess, bevor ein Werk entsteht? In den Fokus rücken Zugänge und Strategien künstlerischen Schaffens, die gängigen Vorstellungen von effizenten Arbeitsweisen scheinbar zuwiderlaufen.

Die von Katja Pfeiffer kuratierte Gruppenausstellung nimmt unter anderem Bezug auf die Arbeit von Friedrich von Borries. Sein Modell "artistic epistemology" ist in der Ausstellung zu sehen und skizziert, wie künstlerische Produktion sich in Phasen wie herumlaufen, ausschlafen, basteln, verweigern, zerstören oder ausstellen vollzieht.
Außerdem ist die Arbeit "Ist das Müll oder kann das weg?" zu sehen, die Friedrich von Borries gemeinsam mit Studierenden (Lasse Bork, Merabi Danelia, Vincent Gramss, Matthias Kolle und Tim-Aaron Wiebe) im Rahmen eines Seminars an der HFBK Hamburg entwickelt hat. Dazu wurde in Wuppertal Müll in Farben des Stadtwappens – schwarz, gelb, blau, rot, Silber, gold – gesammelt und Regale sortiert. Zu dem konnten die Besuchenden auf ein Blatt Papier Vorsätze des Verzichts schreiben – und umgehend in einem Schredder vernichten.