Ausstellung, 2026 – 2027

»Die zentrale Erkenntnis: Demokratie besteht nicht allein aus politischen Entscheidungen. Sie wird auch durch Symbole, Gegenstände und Rituale erfahrbar gemacht.«

Tanja Küchle, HR2-Kultur

Eine Mülltonne als Wahlurne, ein Raubvogel als Staatswappen, ein Orden in der Formensprache militärischer Tradition – die Zeichen unserer Demo­kratie sind uns fremd geworden, obwohl wir mit ihnen leben.
Die Ausstellung »Adler, Orden, Wahlurne« im Museum angewandte Kunst in Frankfurt zeigt, wie man die Gestaltung von Demokratie neu denken kann.

Eine Mülltonne als Wahlurne, ein Raubvogel als Staatswappen, ein Orden in der Formensprache militärischer Tradition - die Zeichen unserer Demo­kratie sind uns fremd geworden, obwohl wir mit ihnen leben. Genau hier setzt Re-De-Re an: Das Projekt macht Wahlurne, Adler und Bundesver­dienstkreuz zu Ausgangspunkten für einen offenen Redesign-Prozess. Über drei Jahre begleiten For­schende und Gestalter:innen den politischen Alltag von Abgeordneten - ihre Beobachtungen fließen nun in neue Entwürfe für die Symbole unseres Gemeinwesens. Die Ausstellung »Adler, Orden, Wahlurne« versammelt Arbeiten, die zeigen, was oft unsichtbar bleibt: Demokratie ist gestaltet - und soll gestaltbar bleiben, denn der Staat sind wir alle.
Wir haben es in der Hand, ihn so zu formen, dass jede Stimme gehört wird.

Kurator: Friedrich von Borries

Beteiligte Künstler:innen und Designer:innen:
Rozbeh Asmani, Uri Barnea, Moritz Bendl, Nehora Chajes, Maciej Chmara, Kadijatou Dahaba, Neta Magda Dror, Petra Esveld, Kane Tank, Agata Germain, Gestaltungszentrale Politik, Santiago Gomez, Esra Gülmen, Juan Guse, Jianping He, Jarek Kozakiewicz, Nadine Kolodziey, Pauli Muszi, Itay Noy, Ingo Offermanns, Krzysztof Oleksiak, Stanislaw Orlowski, Daniel Afriyie Owusu, Oxa, Haim Parzon, Peter Post, Emma Rahe, Anna Rosinke, Kaj Schlicht

Ausstellungsgestaltung: Friedrich von Borries und Philipp Cartier

Ausstellungsgrafik: Gihong “Kiki” Park

Wissenschaftliches Team: Sven T. Siefken, Friedrich von Borries, Juliane Baruck, Philipp Cartier

Gefördert von der VolkswagenStiftung

Zugehörige Projekte

Intervention

Re•De•Re

Redesigning Democratic Representation – eine Intervention in den Alltag der Politik.

Re•De•Re erprobt das Redesign demokratischer Repräsentation. Es soll praxistaugliche Ideen entwickeln, indem in einem partizipativen Verfahren beobachtet, gestaltet und experimentiert wird. Wir folgen drei Mitgliedern des Deutschen Bundestages intensiv durch Zeit und Raum, beobachten ihre Aktivitäten und entwickeln Ideen für bessere Repräsentation.
Gefördert von der Volkswagen-Stiftung.

Intervention

Wahlurnen-Wettbewerb

Gibt es Alternativen zur Mülltonnen-Wahlurne? Ein Open Call für alle, die Demokratie gestalten wollen.

Die Stimmabgabe bei einer Wahl ist der Moment, in dem die Bevölkerung ihre demokratische Macht ausübt. Sie vollzieht sich, wenn die Kreuze gesetzt sind und der Wahlzettel in die Wahlurne fällt. Doch drückt sich dieser demokratische Akt in der gestalterischen Erscheinung der Wahlurnen aus? Sicherlich nicht, wenn, wie in einigen deutschen Wahlbezirken, die Bürger*innen ihre Wahlzettel in eine umfunktionierte Mülltonne werfen.